Selten sind so viele SchülerInnen gekommen, um sich anzuschauen, was eine Bläserklasse ausmacht.
Zunächst demonstrierte Christian Paplowski, Musiklehrer und Leiter unserer Bläserklassen, mit der Klasse 6a, wie Musikstücke erlernt und erprobt werden, und gab anschließend mit dem bekannten Titanic Titelsong „My heart will go on“ eine Kostprobe davon, wie sich ein Lied anhört, wenn es „Auftritts-bereit“ ist. Mit großen Augen und viel Begeisterung verfolgten die Viertklässlerinnen und Viertklässler, was die 6a schon alles konnte.
Anschließend wurde es erst richtig spannend: Jetzt durften die Kinder nämlich selbst einige Instrumente ausprobieren. Neben Flöte, Trompete, Klarinette, Saxophon, Posaune und Euphonium gehört auch das Schlagzeug mit in die Bläserklasse. Unter der fachkundigen Anleitung der Schülerinnen und Schüler der 6a testeten die Viertklässlerinnen und Viertklässler, welche Instrumente ihnen Spaß machen – und entdeckten vielleicht sogar schon versteckte Fähigkeiten.
Auch die 6a selbst hat vor zwei Jahren so anfangen. Artus hat sich damals für das Baritonhorn interessiert. „Es hat mir sehr gefallen und ich konnte es beim Ausprobieren schon gut spielen“, sagt er.
Sava, der Querflöte spielt, stimmt ihm zu. Er hatte beim Ausprobieren das Gefühl, dass er mit dem Instrument gleich gut klarkam. Dass es stereotypisch als „Mädchen-Instrument“ gilt, stört ihn dabei nicht.
Schlagzeuger Laurenz war sich anfangs gar nicht so sicher. „Trompete fand ich auch gut“, sagt er. Doch jetzt ist er zufrieden mit seinem Instrument und hat viel Spaß am Schlagzeugspielen.
Während die Kinder mit den Instrumenten beschäftigt waren, hatten die Eltern die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über den Ablauf zu informieren. Mittwochs und freitags übt die 6a gemeinsam. Donnerstags gibt es Instrument-spezifischen Unterricht. Von Freitag bis Dienstag kommt das Instrument mit nach Hause, damit auch außerhalb des Unterrichts geprobt werden kann.
Nach vier Jahren Bläserklasse (Klasse 5-8) geht es im Blasorchester „B.O.K.“ für die Klassen 9 bis 12 weiter. Doch auch die 7. und 8. Klassen schnuppern schon Orchesterluft: Dafür gibt es das Vororchester „Young B.O.K.“.
40€ kostet das Programm im Monat. Doch am Geld soll es nicht scheitern! Bisher wurde auch für einkommensschwächere Familien immer eine individuelle Lösung gefunden.
Und was ist, wenn ein Kind einfach kein Talent hat? „Das gibt es nicht!“, sagt Herr Paplowski. Mit etwas Mühe und Arbeit könne jedes Kind sein Instrument erlernen. Der Wille und das Engagement sei dabei wesentlich wichtiger als Begabung.
Den Erfolg des Bläserklassenprojekts hat die Klasse 6a bereits bewiesen. Und die Schülerinnen und Schüler sind begeistert. Obwohl es eine Menge Arbeit ist, sorgt das gemeinsame Musizieren für eine stärkere Klassengemeinschaft, eine bessere Konzentrationsfähigkeit und nicht zuletzt gute Laune! „Manche Lieder sind ganz schön schwer, aber wenn man etwas geübt hat, macht es Spaß“, sagt Elisabeth. Ein besonderes Highlight ist für sie die jährliche Bläserklassenfahrt. Dort haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein paar Tage lang ganz intensiv zusammen zu proben.
Herr Paplowski begleitet die Schülerinnen und Schüler dabei nicht nur fachkundig, sondern sorgt auch für Spaß und Motivation. Ida sagt über ihn: „Er ist nett und lustig, hat allerdings auch hohe Erwartungen.“
Bei Interesse lassen sich die Orchester und Bläserklassen immer wieder bei Auftritten besuchen und begutachten. Mit der Anmeldung am Schulzentrum gibt es dann die Möglichkeit, sich für einen Platz in der Bläserklasse zu bewerben.